Posted on Juni - 12 - 2009

Kitsch

Er saß am Lagerfeuer und sah in die Flammen. Da hörte er am Ausgang der Höhle ein Rascheln und blickte hinter sich. Durch den Vorhang aus Farngräsern trat ein Mädchen, wie er es noch nie gesehen hatte. Sie hatte lange, hellblonde, leicht gewellte Haare, die ihr bis tief in die Schulter fielen; außer einer spärliche Bedeckung der kleinen, prallen Brüste und einem dünnen Lendenschurz trug sie nichts. Um den Hals hatte das Mädchen an einem dünnen, geflochtenen Pflanzenfaden eine seltsam leuchtende Spiralmuschel, die sich weiss von ihrer braungebrannten Haut abhob. Die gesamte Haut ihres Körpers war seidenmatt, von den Schultern über die schlanke Taille, den festen Oberschenkeln bis zu den Füßen. Sie kam auf ihn zu und umfasste seine Hand. In ihrem schönen Gesicht spiegelten sich die Flammen wieder, und unter den anmutig geschwungenen Augenbrauen funkelten ihre Augen. Als sie aus der Höhle herausgingen, ging sie neben ihm her, ihre azurblauen Augen auf sein Gesicht gerichtet. Draussen am Strand blieb das Mädchen stehen und schmiegte sich an ihn. Er fühlte ihre zierliche Gestalt, und fasste ihr sanft um die Taille. Als ob sie darauf gewartet hätte, lächelte sie ihn an, und erst jetzt bemerkte er die perlweissen Zähne hinter ihren fein geschwungenen Lippen.

Er bemerkte auch die Glut, die von ihrem Körper ausging, und als hinter ihnen die Palmen im Abendwind raschelten, neigte er sich über das Mädchen, um sie zu küssen. Als sich ihre Lippen trafen, öffneten sich die ihren ein wenig, und ihre Zunge berührte sanft seine eigene. Mit geschlossenen Augen umfasste sie seine Schultern, und er ließ seine Hände durch ihre vollen Haare gleiten. Dann umfasste er ihren wundervollen Po und zog sie noch etwas näher an sich heran. Das Mädchen ergriff seine Hand und zog ihn hinter sich her, als sie zum Anfang der auf dem Strand auslaufenden Wellen lief. Lachend trieb er sie in das durch die Korallen smaragdgrüne, knietiefe Wasser. Durch das aufspritzende Wasser wurde ihr Lendenschurz naß, und er konnte ihre sich leicht abzeichnende Scham erkennen. Jetzt wollte er seine Erregung nicht mehr unterdrücken, und dies bemerkte das Mädchen mit Vergnügen. Sie tauchte im warmen Wasser für einen kurzen Moment vollkommen unter, und warf beim Auftauchen ihren Kopf so nach hinten, daß die nassen Haare im hohen Bogen wieder in ihren Nacken fielen.

Als das Mädchen sich neckisch wieder an ihn schmiegte, streichelte er ihre Brüste, und ihre Brustwarzen versteiften sich. Sie ließ eine Hand spielerisch unter ihren Lendenschurz gleiten, und an ihrer Armbewegung konnte er erkennen, daß das Mädchen ihre Klitoris massierte. Er kniete sich vor ihr nieder, und hob den nassen Lendenschurz hoch. Sie umfasste seinen Kopf sanft und führte ihn an ihren Schoss. Er küsste sie sanft in den Schritt, und als er merkte, wie das Mädchen schneller zu atmen begann, führte er seine Zunge an ihre Schamlippen. Nach einer Folge schneller Zungenschläge begann sie leise zu stöhnen und warf ihren Kopf zurück. Er richtete sich wieder auf, und sie liefen schnell an den Strand zurück. Dort legte sie sich mit angezogenen Beinen so auf den Boden, als wollte sie sich zur Ruhe legen. Er legte sich hinter sie und führte eine Hand an ihre Scham, um sie mit zärtlichen Bewegungen der Finger zwischen ihren Schamlippen zum Höhepunkt zu bringen. Doch das Mädchen schloss die Schenkel, so daß er seine Hand zurückziehen mußte. Sie drehte sich um und sah ihn so vorwurfsvoll an, daß er dachte, etwas Falsches getan zu haben. Aber dann gab sie ihm noch einen Zungenkuß und streichelte sein erregiertes Glied. Das Mädchen drehte ihn auf den Rücken und setzte sich knieend über ihn. Mit ihrer zärtlichen Hand führte das Mädchen sein Glied langsam in ihre Scheide. Er merkte den leichten Widerstand ihres Jungfernhäutchens, der aber schnell verschwand, als das Mädchen leise zusammenzuckte. Sie umfasste mit ihren Händen seine Schultern, während er mit beiden Händen ihre Oberschenkel ergriff.

Jetzt begann sie sich langsam zu bewegen, immer ein wenig hoch und runter. Sie fühlte, wie sein Glied anfing, sich in ihr noch mehr zu vergrößern, und sie steigerte die Geschwindigkeit. Die Haut ihrer Brüste spannte sich noch mehr, und ihre Brustwarzen glichen aufrecht stehenden Bohnen. Nun keuchten sie beide. Ihre Vagina war schon lange feucht gewesen, lange bevor er es bemerkte. Sie warf ihren Kopf in den Nacken, so daß ihre feuchten Haare bis tief zum jetzt entblößten Po fielen. Es folgten immer innigere Küsse, und nun waren beide kurz vor dem Höhepunkt. Sie ließ sich ab jetzt immer ganz auf ihn herab, so daß sein Glied bis zum Hodenansatz in ihrer Scheide verschwand. Als sie ihren Höhepunkt erreichte, bebte ihr Becken in schnellen Stößen, und sie stieß einen kleinen spitzen Schrei aus. Nachdem beide wieder etwas bei Atem waren, legte sie sich neben ihn, und nun durfte er sie mit seiner Hand auch an der Vagina berühren. Da er wieder hinter ihr lag, fasste er von hinten zwischen ihre Schenkel und führte zwei Finger in die Scheide ein. Er drückte sein Gesicht in ihre mit Sand bedeckten, feuchten Haare und konnte den Geruch von Muscheln, Meer und Tang wahrnehmen. Mit geschickten Bewegungen seiner Finger an ihrer Klitoris brachte er sie zur erneuten Klimax. Diesmal hatte sie einen so starken Orgasmus, daß sie laut aufschrie.

Direkt nach ihrem Aufschrei drehte er das Mädchen so, daß es auf den Knien saß und mit dem Kopf im Sand lag. Ihre auf dem Sand ausgebreiteten Haare legte er auf ihren Rücken, so daß er ihr Gesicht sehen konnte. Dann hob er ihren Lendenschurz hoch und legte ihn über ihren knackigen Po, weil er sie nun von hinten nehmen wollte. Sein Glied führte er langsam zwischen ihren Schenkeln in ihre Scheide hinein, und er merkte, wie ihre Vaginalflüssigkeit an den Innenseiten der Schenkel herunter zu fliessen begann. Im Takt seiner schnellen Stöße keuchte er auf, und das Mädchen stöhnte. Sie richtete sich etwas auf, und er umgriff ihre prallen Brüste und massierte sie. Sie spürte, wie sein Penis immer wieder hineinund herausfuhr, und als sie zum dritten Mal ihren Höhepunkt zu erreichen schien, zögerte sie ihn noch etwas heraus. Dann kniffen sich ihre Schamlippen so stark zusammen, daß er im gleichen Moment ejakulierte. Auch sie konnte sich nicht mehr halten und schrie aus vollem Leib, während er tief in sie hineinstieß. Vollkommen erschöpft fielen beide in den weichen Sand.

Anmerkung: Das wäre fast eine gute Geschichte geworden, wenn der Schreiber nicht übertrieben hätte. Doch so ist es Kitsch: Eben noch mit Höhle und Farngräsern im Wald, dann mit Strand und Korallen in der Südsee, und beide bewohnen eine Höhle, und sie ist immer noch Jungfrau …

Posted on April - 03 - 2009

Geschichte von Anke

Der nächste Fall gehört einer ganz anderen Kategorie an. Anke B. kam nicht als Patientin zu mir. Sie hätte gewiß niemals einen Psychiater oder Sexualberater nötig gehabt. Dazu war sie in ihrer ganzen Persönlichkeit zu selbstbewußt und zu sehr gefestigt. Wir begegneten einander auf einer Party bei gemeinsamen Bekannten. Die große Frau mit den blauen Augen, dem energischen Kinn unter einem fein geschwungenen und doch irgendwie herben Mund war mir sofort aufgefallen. Sie trug das dunkle Haar schulterlang und offen. Peter, unser Gastgeber, stellte mich vor.

“Nimm dich vor ihm in acht, Anke, er stellt oft so merkwürdige Fragen und ist manchmal schrecklich neugierig”, sagte er dabei, hieb mir lachend auf die Schulter und verschwand.

Ich tanzte mit Anke. Wir fanden Gefallen aneinander, schon deshalb, weil wir im Tanz großartig aufeinander abgestimmt schienen. Ich bin, weiß Gott, kein großer Tänzer vor dem Herrn. Mit Anke ging es einfach wie von selbst. Bei einer Samba, die leider so sehr aus der Mode gekommen ist, waren wir so ineinander versunken, daß wir unsere Umgebung nicht mehr wahrnahmen. Wir erwachten erst, als mit dem Ende der Musik lautes Beifallklatschen einsetzte. Die übrigen Paare hatten zu tanzen aufgehört und unserer Samba wie einer Schaunummer zugeschaut.

An der Hausbar ließ Anke ihren prüfenden Blick, den ich später noch so gut kennenlernen sollte, eine Weile auf mir ruhen. Wir hatten, wie auf solchen Partys üblich, nach dem zweiten Drink an der Hausbar zum freundschaftlichen Du gefunden. Ohne Zeremoniell und Bruderkuß. Wie man das heutzutage eben so hält.

“Was hat Peter denn vorhin gemeint”, begann sie schließlich und nippte nachdenklich an ihrem Martini, “inwiefern bist du schrecklich neugierig? Für einen Journalisten gebe ich doch wohl kein geeignetes Interviewobjekt ab, obwohl ich schon mal in der Zeitung gestanden habe. Damals, als ich meine Möbel-Boutique aufmachte. Journalist bist du doch wohl nicht?”

Das konnte ich mit gutem Gewissen verneinen. Sehr vorsichtig - wieso hatte ich eigentlich plötzlich Hemmungen? - und umständlich setzte ich ihr auseinander, daß ich mich als Eheberater und Sexualforscher betätige. Und meine Neugierde - nun, ja - bei sehr guten Bekannten erlaubte ich mir schon mal die Frage: ‘Wie war es bei dir, damals, beim ersten Mal?’

“Ach so”, meinte Anke nur und zog mich vom Barhocker, weil die Musik wieder etwas Südamerikanisches spielte.

Als wir von der Tanzfläche zurückkehrten, trat uns eine Frau in den Weg, die ich bis dahin überhaupt nicht wahrgenommen hatte. Sie war älter als Anke, gleichfalls hochgewachsen, künstlich erblondet, aber sehr gepflegt. In ihrem Blick lag ein leiser Vorwurf.

“So wie heute hast du mich aber lange nicht mehr vernachlässigt”, sagte sie. Ich merkte ihr an, daß sie eine gewisse Erregung unterdrücken mußte. “Hier, ich habe dir deinen Lieblingscocktail gemixt.”

Sie hielt Anke ein hohes Glas mit gezuckertem Rand entgegen. Von mir schien sie keinerlei Notiz zu nehmen zu wollen. Also verbeugte ich mich artig und ließ die beiden Damen allein. Ich konnte nicht umhin, Anke im weiteren Verlauf des Abends zu beobachten. Sie tanzte nicht mehr. Die blonde Frau wich ihr nicht von der Seite. Auf einmal waren die beiden verschwunden.

Schade, dachte ich und ging in den Wintergarten hinaus, um in Ruhe eine Zigarette zu rauchen. Hinter einer Gruppe aus Palmenkübeln sah ich plötzlich Ankes dunklen Haarschopf. Daneben schimmerte das helle Blond eines zweiten Frauenkopfes. Die beiden schienen in ein ernsthaftes Gespräch vertieft. Leise zog ich mich zurück.

Peter war schon ziemlich beschwipst, als ich ihn endlich mal allein zu fassen bekam.

“So, so - die schöne Anke hat dich tief beeindruckt?” grinste er mich auf meine Frage hin an, was es denn mit dem plötzlichen Verschwinden meiner Tänzerin auf sich habe. “Hat dich deine Beobachtungsgabe im Stich gelassen? Bist du verliebt und deshalb blind? Die beiden, Anke und ihre sogenannte Geschäftsführerin, sind doch seit Jahren ein Paar. Jeder in unserem Bekanntenkreis weiß das. Wenn du dir Hoffnungen gemacht hast, gib sie auf, mein Lieber. Unsere schöne Schwarzhaarige ist hoffnungslos lesbisch…”

Nun, von verliebt sein konnte ich nicht gerade reden. Immerhin mußte ich mir eingestehen, schon seit langem keine so faszinierende Frau gesehen zu haben wie Anke B. Lesbisch also? Nun gut - meinetwegen… Schade, eigentlich hätte ich doch vorhin meine berühmt-berüchtigte Frage gleich stellen sollen…

“So in Gedanken versunken?” sagte eine Stimme von leicht sprödem Klang neben mir. Ich setzte mein Whiskyglas auf die Hausbar und schaute in Ankes helle Augen, die merkwürdig stählern funkelten.

“Um in Gedanken versunken zu sein, bin ich wohl nicht mehr nüchtern genug”, gab ich möglichst unbefangen zurück. “Vielleicht, um ehrlich zu sein, fehlt mir die großartige Tänzerin, die mich vergessen läßt, daß ich eigentlich gar nicht tanzen kann.”

“Dem ist abzuhelfen”, lachte Anke und zog mich in die Diele hinaus, wo nur noch wenige Paare tanzten. Wir sprachen kein einziges Wort, bis die Musik verstummte.

“Wo hast du denn deine Freundin gelassen?” Diese Frage konnte ich mir auf dem Rückweg zur Hausbar einfach nicht verkneifen.

“Also doch ein neugieriger Frager”, lachte Anke. “Ganz einfach, ich habe sie heimgeschickt. Sie war müde, hatte Kopfschmerzen und macht sich sowieso wenig aus dem Trubel solcher Parties. Ich eigentlich auch nicht. Als Innenarchitektin muß ich mich hin und wieder in der sogenannten Gesellschaft sehen lassen. Das ist gut fürs Geschäft. Natürlich mault Gertrud jetzt - aber so weit geht die Liebe nicht, daß ich mir Vorschriften machen ließe.”

“Liebe also?” hakte ich sofort ein.

“Ja, und zwar lesbische, wenn du es so genau wissen willst. Wir leben zusammen.”

Das war eine einfache und glasklare Feststellung, fast mit ein wenig Feindseligkeit hervorgestoßen, so als müsse sich die Sprecherin gegen etwas verteidigen.

Wir nahmen uns einen neuen Drink und schwiegen vor uns hin.

“Warum fragst du mich nicht?” begann Anke schließlich und setzte mit hartem Knall ihr Glas ab.

“Was soll ich dich fragen? Ob du mit mir ins Bett gehen willst? Ich bin nicht ganz so dumm, wie ich vielleicht aussehe.”

“Quatsch, wer redet vom Bett!” Anke nahm sich eine Zigarette. Ich gab ihr Feuer. Sie rauchte ein paar hastige Züge. Ihr Blick glitt prüfend über mich.

“Wenn du ihm nur nicht so verdammt ähnlich sehen würdest - diesem Schwein”, fauchte sie mich an. Sofort legte sie begütigend ihre Hand auf meinen Unterarm. “Entschuldige, ich bin etwas durcheinander. Als du hereinkamst, wollte ich spornstreichs zur anderen Tür hinaus verschwinden. Dann erkannte ich meinen Irrtum. Du siehst ihm ähnlich - und wiederum nicht. Du bist männlicher, nicht so ein weicher Lappen…”

“Du redest in Rätseln, schönes Kind”, warf ich ein. “Und Rätsel mag ich nicht, jedenfalls nicht um zwei Uhr früh kurz vor Auflösung einer Party. Welchem Schwein sehe ich ähnlich?”

Sie rauchte wieder ein paar hastige Züge und drückte die Zigarette aus, als wolle sie etwas töten.

“Meinem Mann siehst du ähnlich. Das ist es. Ähnlich und wiederum auch nicht. Warum fragst du mich nicht?”

“Was denn, verdammt noch mal?”

“Na, was Peter vorhin andeutete. Du bist doch Sexualforscher, nicht wahr? Du sammelst doch Fälle? Ich bin einer. Das kannst du mir glauben. Und ich wäre gerade in der richtigen Stimmung, mir mal alles von der Seele zu reden. Bist du bereit zu lauschen - Herr Doktor und Seelenmasseur?”

“Natürlich bin ich bereit zu lauschen. Aber - hier?”

Zehn Minuten später saßen wir im Wagen und befanden uns auf dem Wege zu meiner Wohnung. Kurioses Mädchen, diese Anke. Sie hatte sich in die Ecke an der Wagentür gedrückt, als wäre ihr die Nähe eines Mannes zuwider. Freilich, wenn ich ihrem Mann, dem Schwein, so ähnlich sah…

Anke gehörte also zu den zwanzig Prozent der lesbischen Frauen, die es nach Alfred Kinseys Forschungen unter der weiblichen Bevölkerung der Vereinigten Staaten gibt. Genauer gesagt, zu den Frauen, die irgendwann einmal in ihrem Leben lesbische Beziehungen gehabt haben. Seine Forschungen liegen um Jahrzehnte zurück und gelten durch neuere Belege als überholt. Denn etwas später, bei Dr. G. Hamilton, bekannten von hundert befragten Frauen genau fünfundzwanzig, irgendwann mit Frauen sexuell verkehrt zu haben. Zu fast dem gleichen Ergebnis kam der Yankowski-Report. Er deckt sich mit den Angaben über das sexuelle Verhalten der deutschen Frauen, die in neuester Zeit von deutschen Forschern, zum Teil im Auftrage von Zeitschriften, ermittelt worden sind. Demnach gibt es in der Bundesrepublik Deutschland zwischen fünfhunderttausend und achthunderttausend Frauen, die entweder ganz oder über wesentliche Zeiträume ihres sexuell aktiven Lebens ihre Erfüllung beim gleichen Geschlecht gesucht und gefunden haben.

“Darf ich davon ausgehen, daß du in deiner jetzigen Lage nicht sehr glücklich bist?” nahm ich das Gespräch wieder auf, nachdem ich uns bei mir einen kräftigen Kaffee gebraut hatte.

“Doch, ich bin glücklich - jedenfalls glücklicher als jemals zuvor”, erklärte Anke. Sie sah zu, wie ich das Tonbandgerät herbeiholte und in Betrieb setzte. “Glücklich durchaus - in dem Sinne etwa, daß mir nichts fehlt, daß ich nichts vermisse. Nur manchmal habe ich das Gefühl, daß ich noch nicht ganz frei bin von meiner Vergangenheit, der mit den Männern, meine ich.”

“Es hat also Männer gegeben - nicht nur den einen, dem ich so fatal ähnlich sehe?”

“Wenige - na, immerhin einige. Ich war nicht von Beginn an eine Lesbierin. Im Gegenteil, wer mir vor zehn, fünfzehn Jahren vorausgesagt hätte, daß ich einmal so herum werden würde, dem hätte ich ins Gesicht gelacht. O nein, ich glaube mir schmeicheln zu dürfen, daß ich eine vorzügliche Ehefrau und Geliebte gewesen bin. Aber die Männer - pfui Teufel! Willst du nun meine Geschichte hören oder nicht?”

Ich nickte. Anke holte tief Luft - und hielt inne. Das Telefon schrillte. Mit einer gemurmelten Entschuldigung ging ich an den Apparat und meldete mich.